Matthaeus 24,35
Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen
2.1 Von ganzem Herzen den HERRN lieben
„Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit aller deiner Kraft“(5.Mo 6.5)
Das sind Gottes Worte, die er uns gebietet, in unserem Herzen zu festigen. Das Verb Sollen bedeutet etwas auszudrücken, das von jemandem verlangt wird. Wiederum ist ein Müssen, eine unterschiedlich begründbare Notwendigkeit etwas auszudrücken, sodass man gezwungen ist, etwas zu tun.
Gott von ganzem Herzen zu lieben beinhaltet eine vollkommene Hingabe, ohne sich in irgendeiner Form höher als Gott zu stellen. Wie bereits thematisiert, nimmt sich das „Ich“ das Anrecht, sich über Gottes Wort zu erheben. Eine haltbare Beziehung mit Gott kann so nicht garantiert werden, denn eine Beziehung zwischen Gott und dem Menschen kann nicht in menschlich, natureller Art geführt werden, sondern nur in rein geistlicher Natur. Eine Beziehung rein geistlicher Natur bedeutet also, in Liebe die Autorität Gottes, nicht als eine diktatorische, eigennützige Form einer Herrschaft zu sehen, sondern als eine Voraussetzung für ein geistlich geordnetes Leben. Man sollte es lieben von Gott geführt zu werden (Psalm 113), denn nur durch den Geist Gottes werden wir unserer sündhaften Natur bewusst. Ohne den heiligen Geist, könnten wir den fleischlichen Gelüsten nicht entkommen.
„unter welchen auch wir einst alle unseren Verkehr hatten in den Lüsten unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedankentaten und von Natur Kinder des Zorns waren, wie auch die übrigen.“ (Eph. 2.3)
Heute wird der Begriff Liebe, eher auf ein Gefühl reduziert. Die Bibel spricht aber nicht davon, dass die Liebe zu Gott eine Empfindung sei. Sondern, dass wenn wir seine Gebote halten, die wahrhaftige Liebe zur Geltung kommt ( Joh 14,15). So ist also die Liebe zu Gott, von einem „Tun“ abhängig und nicht von einem Gefühl. Der Wille, Gott zu gehorchen, gottgefällig zu leben, ist der Beginn zur Befolgung seiner Geboten. Der Wille dessen Ursprung in unserem Herzen ist. Doch wie können wir unser Herz dazu befähigen, willenskräftig dem HERRN zu dienen? Alleine nur der Geist ist es, der dies bewirkt, denn der Mensch, sein Fleisch, kann Gott nicht lieben, sondern es möchte keine Gemeinschaft mit Gott haben. Wir haben aber die Zuversicht, dass der Geist in uns wirkt. Denn auf den Tag der Erlösung wurden wir mit Ihm versiegelt (Eph. 4,16).
So können wir durch seinen Geist, seine Gebote beherzigen in guten und in schlechten Tagen. Tage welche schlussendlich die aufrichtige Liebe zum HERRN offenbaren. In denen wir Ihn eher verdrängen und sündigen, das heisst uns mehr lieben. Oder Tage, in denen Gott über allem herrscht und wir durch seinen Geist beständig bleiben. Genau das gilt es anzustreben.
„Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.“ (1Joh 3.5)
Doch vor aller Bereitschaft, gottgefällig zu leben, ist es wiederum allein die Demut ( Gottesfurcht ), der Anfang der Erkenntnis, was Gott von uns verlangt ( Sprüche1,7 / Psalm 111,10 ). So wie der HERR sich demütigte, sind auch wir dazu berufen es zu tun
„Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christo Jesu war, welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam war bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze.“ (Phil 2.6)
Unter anderem ist der Begriff Demut die Bereitschaft etwas, als Wahrheit zu akzeptieren (Gottes Wort) , sich nicht darüber zu klagen und sich selbst als eher unwichtig zu betrachten. Dies ist vor Gott unentbehrlich, denn wenn wir ein demütige Haltung einnehmen, verlassen wir auch nicht den Weg, den uns Gott vorbereitet hat (Eph 4,2 / Phil 2,3 / Jak 4,10).
Mit geteilten Herzen eine Beziehung mit Gott zu führen ist keine wahrhaftige Liebe. Es ist eine falsche Beziehung, nähmlich eine Beziehung, die den Blick nicht auf Jesus Christus richtet, weil man sich trotzdem noch teilweise als Massstab aller Dinge sieht.
Wenn wir im Matthäusevangelium Kapitel 6 Vers 24 lesen, dass wir nicht zwei Herren (z. B. Fleisch und Geist) dienen sollten und uns dabei nicht eingestehen, dass tief in uns eine Liebe für beide Parteien vorhanden ist, werden wir uns über die Konsequenzen der Liebe zum Fleisch nicht bewusst. Eine innerlich verborgene Liebe, die einen geistlichen Schiffbruch nicht vorenthält. Wer ständig wankelmütig beiden Herren dient, bleibt unstet in all seinen Wegen (Jak 1,8) und kann daher nie Gottes Wege erkennen, solange er in der Finsternis wandelt. Denn die Finsternis verblendet die Augen (1Joh 2,11).
Das ungeteilte Herz aber, ist die Quelle der Bereitschaft auf Gottes Wille zu achten und sehnt sich danach nach, in Gottes Wegen zu wandeln.
Nicht nur sollte man beten „HERR begleite mich!“, sondern primär: „ ich möchte Dich begleiten! Lehre mich auf deinem Weg zu gehen! Reinige mein Herz, denn nur so kann ich Dich erkennen!
“ „Glückselig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!“ (Matth.5.8)
Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht und reinigt unsere Herzen. (1Joh 1,9) Aus diesem Herzen folgt wie bereits thematisiert der Gehorsam, welch zu einem nicht schwer ertragbaren Dienst am HERRN wird, sondern zur reinen Freude.
Der gewollte Gehorsam führt zum Wunsch, Gott in seiner Majestät zu erforschen und seine Wege zu erkennen; seine Anbeter lässt er dies auch erkennen.
„Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, auf dass wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind“(1.Kor 2.12)
2.2 Mit deiner ganzen Seele
Das hebräische Wort, das gewöhnlich mit „Seele" übersetzt wird, ist nephesh; in einigen Fällen ist es in der Elberfelder Übersetzung mit „Leben" übersetzt, wie zum Beispiel in (1. Mose 19.17) „Rette dich um deines Lebens willen“. Gott fordert uns Ihn mit ganzer Seele zu lieben, was also bedeutet, dass wir unser Leben Ihm schenken und unserem eigenen Leben nicht mehr nachhängen sollten. Alles, was uns lieblich ist und uns von ihm trennt, muss beseitigt werden. Denn wir haben viele male unser Leben die götllichen Richtlinien ausser acht gelassen. Eine Richtlinie, deren Erhabenheit über den menschlichen Verstand, alle Brücken zwischen Fleisch und Geist sprengt. Eine Richtlinie, die den Wiedergeborenen zum vermeintlichen Ziel der geistlich vollkommenen Mannesreife im HERRN bringt, damit wir nicht mehr unmündig sind. (Epheser 4.13) „Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden". (Matt. 16.25)
Ein neues von Gott getragenes Leben. Ein nicht von fleischlichen Gelüsten geschmücktes, sondern ein geistlich, gesinntes Leben im Alltag, in dem Gott nicht zum Nebendarsteller wird, sondern in dem er zum leittragendem Fundament, des Denkens und des Handelns wird. Es scheint aber nach aussen so, als wäre der wiedergeborene Gläubige eine unmündige Person, die sich an einem hilfreichen Konstrukt des menschlichen Geistes bediene, dass dem Menschen in allen Belangen helfen könnte. Betrachten wir aber die Ordnungslose Gesellschaft und ihre zerfallene Struktur, in Ehen, Familien, falsche nicht autoritäre Kindererziehungen, Drogen usw., dann erkennt man mit eigenem Verstand, dass die Werke des Menschen böser Natur sind.
Warum man es heute nicht als böse anerkennen möchte, basiert auf dem Wunsch, Teilnahme an der gesellschaftlichen Akzeptanz der Verdorbenheit der menschlichen Natur zu haben. Denn unter anderem ist die Unzucht bereits für alle akzeptabel, egal, in welcher Form sie praktiziert wird. Wenn man Gott mit unserer ganzen Seele lieben möchte, gilt es also sein Leben nicht zu leben, sondern den Weg Jesus Christus zu gehen und zu folgen. Keine Kompromisse mit den Dingen einzugehen, die den Heiligen Geist betrüben und seinen Tempel beschmutzen können.
2.3 Mit all deiner Kraft
Mit eigener Kraft Gott zu lieben ist, solange sich die Beziehung mit Gott nicht auf einem wahren Herzentschluss stützt, nicht vergleichbar mit der von Gott gegebenen geistlichen Kraft. Denn durch diese innige Beziehung mit dem Vater wird der Geist Gottes die unentbehrliche Quelle der Kraft Gott zu lieben. Eine Kraft die dem Wiedergeborenen vermag über schwere Hindernisse zu springen, welche für die im Fleisch versklavten Menschen kaum überwindbar sind.
Der Heilige Geist wird zur Quelle der göttlichen Kraft in uns, die uns befähigt, sich selbst zu verleugnen. Wenn sich aber das Ich über die Majestät Gottes erhebt und wir bewusst das tun, was nicht dem Wille Gottes entspricht, löschen wir in uns das brennende Feuer. Sei es lügnerisches Reden, träger Glaube oder eigenmächtiges Verhalten, solche Dinge lassen es nicht zu, das Gott in uns wirkt. So kann man die Verheissung Gottes, dass er uns in hohen Mass segnen möchte, nicht geniessen, sondern irrt im Kampf mit sich selbst umher. Gleich einem verwelkten Blatt, das ungewiss vom Winde getragen an unbestimmte Orte fliegt und weder auf Umkehr hofft, noch Jesus Christus vertraut.
Einzig und allein ist es also unsere vom Heiligen Geist erweckte Liebe, die, die Willenskraft in uns gottgefällig zu sein erweckt. Diese Liebe aber können wir uns nicht erkämpfen, denn welch eine verlogene Liebe, wenn sie erzwungener oder aufgenötigter Natur ist. Eine unehrliche Beziehung, die keinerlei Bestand in Nöten hätte und nur schlechte Früchte mit sich bringt.
Ohne Erkenntnis, dass es unser eigenes Versagen ist, das zur Trennung Gottes führt und dabei noch Gott zu beschuldigen, dass wir die von Ihm verheissene Kraft nicht bekommen zu haben, werden die Türen für den Widersacher weit geöffnet. Denn im Trugschluss zu leben, dass sich Gott keine Mühe mehr scheut, uns wieder in seine Arme zu schliessen, ist teuflischer Natur. Diese gilt es zu töten, indem wir den Blick auf Jesus Christus richten. Den Blick nach Golgatha. Dort wo er unseren Schuldschein bezahlt und sein Werk für uns vollbracht hat.